Donnerstag, 29. August 2013

Kinderspiel?


Liebe Leser, die Sie  jetzt auf dieses Blog gestoßen sind:
Es geht um ein Kind, einen Jungen, der im November 2008 als acht Monate alter schwerkranker Säugling in unsere Pflegefamilie kam, bei uns aufwuchs und trotz anderslautender Prognosen eine gute Entwicklung nahm. Er lebte bei uns bis zum 25. Oktober 2012, nahezu vier Jahre also, ununterbrochen, Tag und Nacht.
Dann hielt auf der Straße vor unserem Haus ein Auto mit zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes. Sie packten den Jungen ein und brachten ihn zwei Monate lang in eine fremde Pflegefamilie und danach in seine Herkunftsfamilie, in der er außer während seiner ersten vier Lebenswochen nie gelebt hatte.

Wenn Sie Kinder haben: Stellen Sie sich Ihr viereinhalbjähriges Kind vor, das Sie liebt, das Sie lieben, das anderen Menschen freudig begegnet, aber natürlich niemals woanders leben will als bei Ihnen.
Das Kind, von dem dieses Blog erzählt, hatte außerordentlich schwierige erste acht Lebensmonate, die es unbegleitet in verschiedenen Krankenhäusern verbrachte.
Umso erstaunlicher war, dass in ihm dennoch die Fähigkeit nicht verloren gegangen war, Lebensbeziehungen zu den ihn umgebenden und versorgenden Bezugspersonen, zu uns, seiner sozialen Familie, einzugehen.
Das Kind war in keiner Weise darauf vorbereitet, von uns weggerissen zu werden. Wir haben uns nicht verabschiedet, wir haben nichts erklären können; es hatte nichts von sich oder uns bei sich als die Kleider auf dem Leib.
Wir haben uns seitdem noch nicht wieder gesehen, obwohl wir seit dem 25. Oktober 2012 darum kämpfen, dem Kind seine Bindungen an uns zu schützen und zu erhalten.

So geschehen in Deutschland, 2012.


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